Vor- und Nachteile von Stockfotos für Unternehmen

Für eine authentische Kommunikation sollten Unternehmen weitestgehend auf Stockfotos verzichten – oder die Bilder bearbeiten, um ihnen Individualität zu verleihen.

Diese Dame, so könnte man meinen, hat es geschafft. Wahrscheinlich ist sie uns schon hundertmal begegnet – bewusst oder unbewusst. Sie begrüßt uns mit einem Lächeln von den schönsten Urlaubsdomizilen dieser Welt. Sie ist in der Fitnessbranche tätig, verkauft nebenher Produkte für Versicherungen, isst permanent frisch zubereiteten Salat und sie hat als Teamleiterin, Managerin, Backoffice-Dame oder Beauty-Testerin immer unglaublich viel Spaß bei der Arbeit. Heile Welt. Ächz – wie ausgelutscht.

Natürlich arbeitet sie nicht wirklich in all diesen Branchen und in all diesen Berufen. Sie ist ein Stock-Model und sie sieht gut aus und ihr Fotograf weiß, wie man sie ablichten muss und er weiß, was die Werbebranche an günstigem Bildmaterial braucht.

Ein erfolgreicher Stockfotograf hat ein gutes Model und eine gute Idee. Er produziert eine Vielzahl von Bildern in guter Qualität, hinterlegt diese Bilder ordentlich mit Keywörtern und das wichtigste – er weiß, wie er seine Bilder aufteilen muss, damit Grafiker Headlines und Texte platzieren können.

Und da sind wir schon beim eigentlichen Problem:

Stockfotos – it‘s soooooooo easy. Ein Grafiker sucht ein Bild bei Shutterstock oder Adobe Stock, er lädt es herunter und fügt es in ein Layout ein – Headline drauf – fertig! Der Kunde bezahlt oftmals für das komplette Layout und nicht explizit für die eingesetzten Bilder. Diese kosten je nach Vertrag im Schnitt um die 8 Euro. So billig, so gut.

Natürlich ist die Wirkung dieser Bilder oftmals platt und austauschbar. Die Aufmerksamkeit des Kunden sinkt. Eine Firma oder Marke mit solchen Bildern verliert den Bezug zur Zielgruppe und wirkt schnell unglaubwürdig. Man denke nur an all die Versicherungen, die mit demselben Bildmaterial ins Rennen gehen. Da wird es schon peinlich, wenn dieselbe Person auf verschiedenen Firmenprospekten auftaucht. Besonders in der heutigen Zeit, überladen von Werbung, suchen Verbraucher mehr und mehr nach Originalität und Echtheit. Deshalb müssen Marken und Unternehmen authentische Geschichten erzählen und echte Inhalte präsentieren.

Die Lösungen:

Fotos von einem Fotograf. Zugegeben, ein Fotograf kostet schnell mal 1.000 Euro und mehr am Tag, aber wenn man davon ausgeht, dass dieses Bildmaterial vielleicht vier Jahre und länger genutzt werden kann, relativieren sich die Kosten doch etwas.

Wenn man einmal eine komplette Range shooten lässt, die Produktion, Maschinen, Produkte, Gebäude usw. beinhaltet, hat man erstmal genug authentisches Bildmaterial für eine Reihe von Broschüren, Anzeigen oder Handouts. Wenn das Budget partout keinen Einsatz eines Fotografen zulässt, sollte ein Grafiker mit Hilfe von Bildmontagen und Filtern der Austauschbarkeit des Bildmaterials entgegnen und zumindest einen eigenen Look für das Unternehmen oder die Marke schaffen.

Für eine authentische Kommunikation sollten Unternehmen weitestgehend auf Stockfotos verzichten - oder die Bilder bearbeiten, um ihnen Individualität zu verleihen.

Für eine authentische Kommunikation sollten Unternehmen weitestgehend auf Stockfotos verzichten - oder die Bilder bearbeiten, um ihnen Individualität zu verleihen.

Ein Beispiel, wie man aus einem Stockbild (Bild oben) durch Bildbearbeitung und dem Einsatz von Photoshop-Filtern einen besonderen Look (unteres Bild) erhält.

Fazit:

Ein Unternehmen sollte immer auf eigenes Bildmaterial setzten und echte Geschichten verkaufen. Wenn schon Stockmaterial verwendet wird, sollte zumindest darauf geachtet werden, das Bilder so bearbeitet werden, das sie weniger austauschbar wirken.

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