Mit Herz und Verstand

Ein Gespenst geht um: Big Data. Ein Begriff, der sich in nahezu jedem Lebensbereich zu Hause fühlt, ist nun auch dabei, die Kommunikations-Welt zu infizieren. Die Frage scheint zu lauten, wovon lassen sich die Marketeers leiten? Sind es eher die Kreativität und das Bauchgefühl oder sind es die logischen Algorithmen und Big Data?

Die Verfechter beider Gruppen bringen gute Argumente. Die emotionalen Kreativen bezweifeln, dass mathematisch berechnete Formeln die Kreativität, das Bauchgefühl und die „zündende Idee“ ersetzen können, vielmehr würden sie eine Antwort auf etwas vorgaukeln, auf das es keine Antwort gibt. Die kühlen, rationalen Big Data-Verfechter argumentieren mit der wachsenden Anzahl der Kanäle, dem rasanten Anstieg von Datenmengen und der damit verbundenen Notwendigkeit, diese auch aus- und bewerten zu können. Sie glauben, dass ein dadurch gewonnener Wissensvorsprung den Kreativen wieder mehr Zeit für die Denkleistung verschaffen würden.

Fakt ist, dass die Digitalisierung die Medienwelt verändert hat und sowohl Unternehmen als auch Agenturen lernen müssen, diese Dynamik irgendwie abzubilden. Das geht nicht ohne den Menschen, denn während Maschinen und neue Technologien vorhandene Daten optimieren, sind es letztlich doch Menschen, die diese Daten sinnvoll interpretieren und die passenden Kommunikations- und Werbemittel gestalten. Die Herausforderung besteht darin, das Silodenken zu überwinden und die eigene Kreativität mit programmatischen Möglichkeiten zu kombinieren. Denn am Ende steht immer der Mensch, der mit der Kommunikation erreicht und zu einer bestimmten Reaktion angeregt werden soll. Und das gelingt nur mit guten Inhalten bzw. einer relevanten Geschichte.

 

Headergrafik: fotolia, Melpomene

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