Social Media – Manchmal ist weniger einfach mehr

Ob Facebook, Youtube, Snapchat oder Instagram – die Liste der Social-Media-Kanäle ist bereits sehr lang und erweitert sich ständig. Da stellt sich für Unternehmen die berechtigte Frage: Sollte man wirklich auf all diesen Plattformen vertreten sein? Eignen sich die Kanäle überhaupt für eine effektive Unternehmenskommunikation und muss man jeden Social-Media-Trend mitgehen?

Kaum hat sich das eine soziale Netzwerk etabliert, kommt bereits das nächste auf den Markt. Für viele Kommunikationsverantwortliche heißt das vor allem eines: Auf die Plätze, fertig, los! Sofort ein neues Profil anlegen, Content für die Zielgruppe bereitstellen und voller Euphorie den neuen Social-Media-Kanal befüllen. Ob das sinnvoll ist, lässt sich bezweifeln.

Die gleichen Inhalte einfach eins zu eins über alle Kanäle streuen, davon ist auf jeden Fall abzuraten. Geht es um das Thema „Content“, so bedarf jeder Kanal einer anderen Herangehensweise: Die einen sind sehr textorientiert, andere setzen auf eindrucksvolle Bilder und Videos. Manche Kanäle werden mobil genutzt, andere hingegen vordergründig am PC. Und am Ende spricht jeder Kanal eine andere Sprache, hat seinen ganz eigenen Stil und visiert so auch immer eine bestimmte Zielgruppe an. Was das bedeutet? Ganz einfach: Der Content muss zur Plattform und damit zur Zielgruppe passen. Nur dann macht es für das Unternehmen Sinn, den Kanal zu nutzen. Nur dann erfüllen die Inhalte sowohl für den Absender als auch für den Empfänger einen Zweck.

Dabei gilt oft die Devise: „Weniger ist mehr“: Lieber aus dem bunten Strauß der Möglichkeiten den Kanal für sich ausfindig machen, der den Großteil der Zielgruppe erreicht und am besten zur Unternehmenspositionierung passt.

Ein erfolgreiches Beispiel dafür: Red Bull und Influencer Marketing auf Snapchat.

Snapchat ermöglicht das Versenden von Bildern und Videos, die je nach Einstellung nach wenigen Sekunden Betrachtungszeit bis maximal 24 Stunden danach automatisch gelöscht werden. Der Energy-Drink-Riese Red Bull überließ 2015 Mark McMorris, dem kanadischen Snowboarder und Gewinner der Extremsportveranstaltung X-Games, seinen Snapchat-Account.

Social-Media-Kanäle: Mark McMorris übernimmt den Snapchat Account von Red Bull.

Mark McMorris übernimmt den Snapchat Account von Red Bull, Quelle: snowboading.transworld.net

Dabei gewährte Red Bull allen Followern einen Einblick in den Tagesablauf eines Extremsportlers und sorgte damit für zielgruppenrelevanten Content mit großartigem Unterhaltungspotenzial. Marke, Botschaft, Influencer und der zur Zielgruppe passende Social-Media-Kanal – hier war alles perfekt aufeinander abgestimmt.

Unsere Empfehlung: Ob sich Unternehmenskommunikation über Social-Media-Kanäle eignet, muss jedes Unternehmen – abhängig von der Zielgruppe – für sich selbst herausfinden. Dabei ist eines ganz klar: Soziale Netzwerke haben heute eine große, stets weiter zunehmende Relevanz für die Kommunikation. Waren 2010 „nur“ 970 Millionen Nutzer auf sozialen Plattformen registriert, so waren es 2015 bereits rund zwei Milliarden. Laut Statista werden die Nutzerzahlen bis in das Jahr 2020 vermutlich nochmal um knapp 38 Prozent steigen (Quelle: Statista – eMarketer – Anzahl der Nutzer sozialer Netzwerke weltweit in den Jahren 2010 bis 2015 sowie eine Prognose bis 2020 (in Milliarden).

Von daher sollte jedes Unternehmen seine Möglichkeiten in diesem Bereich prüfen (lassen) und abgeleitet aus der Unternehmenspositionierung entscheiden, ob und wenn ja, welche Kanäle zum eigenen Kommunikations-Mix passen.

Autorin: Jennifer Gut, DH-Studentin für Medien- und Kommunikationswirtschaft, die derzeit bei CONTUR Agenturluft schnuppert.

Headerbild: Miss Ty, Shutterstock.com

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