Vom Wein reden und Wasser trinken – Eigenvermarktung von Agenturen

Ausgerechnet diejenigen, die die Unternehmenskommunikation ihrer Kunden auf eine neue Stufe heben möchten, scheitern vielfach bereits kläglich an ihrer Eigenvermarktung – zu diesem Schluss kommt zumindest Daniela Strasser in ihrem Artikel „Zeig Dich!“ in einer der jüngeren Ausgaben des Branchenblattes W&V. Das kommt dem Häuslebauer gleich, der beim Bau auf die Dienste eines Unternehmers vertrauen soll, der selbst in der größten Bruchbude haust.

Wer für andere Überzeugungsarbeit leisten will, muss zuallererst einmal selbst überzeugend sein. So oder so ähnlich könnte man zusammenfassen, was Unternehmen von ihren Agenturdienstleistern erwarten. Doch gerade diese Fähigkeit ist für viele Agenturen scheinbar ein Fremdwort, wie ein Artikel in der ersten April-Ausgabe 2016 von Werben & Verkaufen offenlegte. Wir als junge Agentur – die auch noch Luft nach oben hat – haben diesen Artikel schließlich zum Anlass genommen, unseren eigenen kommunikativen Auftritt kritisch zu hinterfragen.

Die von der Autorin identifizierten „erheblichen Schwächen in der Eigenvermarktung der Agenturen in Deutschland“ sind vielfältig geartet und reichen dabei von vermeintlich kleinen Unzulänglichkeiten bis hin zum kommunikativen Super-GAU:

  1. Lieblos und oberflächlich bespielte eigene Kommunikationskanäle
  2. Beliebigkeit und mangelnde Differenzierung zum Wettbewerb sowie mangelnde Orientierung an der Zielgruppe
  3. Der scheinbare Alleskönner – Full-Service als All(gem)einstellungsmerkmal
  4. Mangelnde Beachtung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen (Return-on-Invest)
  5. Missachtung von aktuellen Trends (Bewegtbild, Menschen statt Produkte) in der Eigenvermarktung

Die meisten der aufgezeigten Symptome haben dabei eine gemeinsame Ursache: Eine vernachlässigte Markenführung, die sich häufig in einer mangelnden Differenzierbarkeit der Agenturen äußert. Dabei sind gerade Agenturmarken als besonders erfolgskritisch zu bewerten. Wie bei jeder Form von guter Unternehmenskommunikation gibt die Marke stets den Inhalt vor, wodurch das eigentliche Problem ersichtlich wird: Wie soll ein Dienstleister ohne klare und differenzierende Markenpositionierung relevante Inhalte liefern können?

Oliver Klein, einer der Inhaber und Gründer von cherrypicker, unterstützt mit seiner Agentur Unternehmen in der Auswahl für sie relevanter Agenturdienstleister. Er fasst das Dilemma der Agenturwelt treffend zusammen: „Agenturen, die es heute nicht schaffen, sich rechtzeitig auf die dramatischen Veränderungen in der Kommunikation einzustellen und dafür ein eigenständiges und relevantes Profil zu kommunizieren, sterben aus.“ Um besonders herausragende Beispiele von Agenturen, die sich in ihrer Eigenvermarktung aus der großen Masse hervorheben, auszuzeichnen, verleiht cherrypicker seit einigen Jahren einen eigenen Award (www.credentialaward.com). Wenngleich auch dieser Award wiederum als Teil der Eigenvermarktung von cherrypicker zu verstehen ist… 😉

Ein zweiter entscheidender Erfolgsfaktor bei der Eigenvermarktung ist nach der Positionierung und den daraus resultierenden Inhalten die Konsistenz der Botschaften über alle Kommunikationskanäle hinweg – vom Onlineauftritt über eigene Printprodukte bis hin zur Kundenpräsentation. Denn lediglich derjenige, dem es gelingt über alle relevanten Kanäle hinweg ein einheitliches Bild seines Unternehmens und Angebots zu zeichnen, kann gewährleisten, dass die Inhalte stets auch auf die Marke einzahlen.

Daran schließt sich die Frage nach dem richtigen Inhalt an. Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Zeit der klassischen Werbebotschaften – nicht nur unserer Meinung nach – längst vorbei ist. Es geht in der Unternehmenskommunikation heutzutage vielmehr darum, der eigenen Zielgruppe mit für sie und ihre Lebenssituation relevantem Content einen Mehrwert zu liefern.

Wie zeitgemäße Eigenvermarktung auf Agenturseite auch aussehen kann, zeigt die zur thjink-Gruppe gehörende Agentur loved. Sie publiziert mit „loved & found“ ein preisgekröntes und komplett eigenproduziertes Magazin und zeigt damit klar ihre Kompetenz im Bereich Content & Creation auf. Auch hier zählt die eingangs getätigte Aussage: Wer für andere Überzeugungsarbeit leisten will, muss zuallererst einmal selbst überzeugend sein, was loved in meinen Augen wunderbar gelingt: Elegant platzierter, unaufdringlicher Content fernab und vollkommen gelöst von klassischen Werbebotschaften.

Eigenvermarktung Agenturen: Die Agentur loved publiziert mit "loved & found" ein preisgekröntes und komplett eigenproduziertes Magazin.

Agenturen-Vermarktung: Die Agentur loved publiziert mit „loved & found“ ein preisgekröntes und komplett eigenproduziertes Magazin.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Eigenvermarktung von Agenturen einer klaren Regel- und Kausalkette unterliegt: Eine klare Markenpositionierung als Grundlage gibt den Inhalt vor, der konsistent über alle zielgruppenrelevanten Kommunikationskanäle ein konsistentes Bild der Marke zeichnet und somit wiederum auf diese einzahlt.

Sie hatten es wahrscheinlich bereits befürchtet, aber auch dieser Blog existiert nicht nur aufgrund unserer unendlichen Selbstlosigkeit. Als ein Bestandteil unserer Eigenvermarktungsstrategie stellen wir Ihnen als Nutzer informierende, beratende oder aber auch unterhaltende Inhalte zur Verfügung, mit dem Ziel, dass Sie eines Tages beim Thema Content uns als Dienstleister im Sinn haben.

 

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Headerbild: shutterstock, Nailia Schwarz

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