Influencer Marketing – die neuen Meinungsmacher

Bei Influencer Marketing denken viele zuerst an Teenager, die Videos drehen, in denen sie teure Produkte in die Kamera halten und dafür Unmengen an Geld kassieren. Doch schaut man genauer hin, könnten Unternehmen das Potenzial des Influencer Marketings noch mehr zu ihren Gunsten nutzen.

Im Grunde genommen ist die Idee des Beeinflussens, um Menschen vom Kauf eines Produktes zu überzeugen, das Kerngeschäft des Marketings. Doch die Möglichkeiten, die digitale Plattformen wie YouTube, Instagram und Snapchat eröffnen, haben das Thema revolutioniert. Um in diesem Umfeld zu bestehen, sehen sich Unternehmen vor einer großen Herausforderung: mit dem richtigen Influencer weg von der breiten Masse und hin zu einer authentischen Zielgruppe.

 

Reichweite durch Vertrauen

Doch was macht diese Meinungsmacher so mächtig? Quantitativ ist es in erster Linie die Reichweite, die sie attraktiv macht. Influencer wie Caro Daur erreichen pro Instagram-Post über 1,1 Millionen Menschen, von denen viele Wert auf die Meinung der 22-Jährigen legen. Einen qualitativen Mehrwert bringt das Storytelling, das Produkte in einen emotionalen Kontext einbettet. Wie das geht, zeigt die Techniker Krankenkasse in ihrer Kampagne #wireinander mit dem YouTuber LeFloyd und das Label Calvin Klein, in dessen Unterwäsche sich nahezu jeder bekannte Meinungsführer wohlzufühlen scheint.

 

Glaubwürdigkeit und Risiko

Entscheidend für den Erfolg ist aber die Glaubwürdigkeit, die als Währung im Influencer Marketing gilt. Dafür liefert Coral in seiner befremdlich wirkenden Kampagne #coralliebtdeinekleidung das absolute Worst-Case-Szenario und wird von der Internetgemeinde dafür verspottet. Eines muss man ihnen aber lassen: Die Kampagne erzielt definitiv Aufmerksamkeit – allerdings mit bitterem Beigeschmack für das Markenimage.

Das Coral-Beispiel weist unmissverständlich auf die Risiken hin: Wer namhafte Influencer von sich und seinen Produkten überzeugen will, sollte sich ein gutes Konzept überlegen. Leidenschaft für das eigene Produkt, Wertschätzung der Meinungsmacher in Form von Likes und Backlinks, Produktgeschenke sowie exklusive Vorabinformationen lassen den Influencer aufmerksam werden. Kommt die Zusammenarbeit zustande, müssen Unternehmen einen gewissen Kontrollverlust und kritische Äußerungen des Geschäftspartners hinnehmen, um ein authentisches Markenbild zu fördern. Denn der Versuch die Influencer zu beeinflussen geht ebenso nach hinten los wie ein gespieltes Interesse an deren Tätigkeitsfeld. Vielmehr sollten Unternehmen sich auf einen professionellen Dialog auf Augenhöhe einlassen und einen Mehrwert der Zusammenarbeit für den potenziellen Markenbotschafter schaffen. Das schließt auch eine Bezahlung des Werbenden mit ein, da diese ihren Wert längst erkannt haben. Denn wer die Macht der Meinungsbildner unterschätzt, schadet der eigenen Marke!

 

Influencer-Trend

Abschließend betrachtet lässt sich feststellen, dass auch die Konsumenten nicht unschuldig am aufstrebenden „Influencer-Trend“ sind. Denn fast 70 % vertrauen Onlinebewertungen mittlerweile mehr als den Werbebotschaften der Anbieter. Deshalb gehört auf den Merkzettel für Unternehmen: Qualität vor Quantität bei der Auswahl des Meinungsmachers.

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